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Dienstag, 17 Dezember 2013 00:00

Elektroautos und Verkehrssicherheit – Wie sicher sind die Stromfahrzeuge wirklich?

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Leihwagenversicherung.de beobachtet mit großer Aufmerksamkeit, was in der Autoindustrie geschieht und wie sich die Welt der der Mobilität verändert. Der Blog setzt sich dieses Mal mit dem Thema Elektromobilität auseinander. 

In der Debatte um Elektromobilität geht es normalerweise um Themen wie Umweltverträglichkeit, Verbreitung von Elektrotankstellen sowie Reichweite der Fahrzeuge. Doch nach drei Bränden von Elektroautos innerhalb von 6 Wochen in den USA und Mexiko, scheint der Sicherheitsaspekt ein neuer Angriffspunkt für Gegner von Elektromobilität zu sein. Doch wie genau sehen die Sicherheitsrisiken bei Elektroautos aus und welche Maßnahmen zur Vermeidung werden aktuell diskutiert? Welche Tragweite haben diese Sicherheitsbedenken überhaupt? Diesen Fragen sind wir mit der Unterstützung von Kurt Sigl, Präsident des Bundesverbands-Mobilität e.V., nachgegangen.

Bei Betrachtung des Medieninteresses haben zwei Gefahrenpotenziale besondere Aufmerksamkeit erhalten: Das eine ist die Gefahr für Insassen und Retter durch die Batterien bzw. der Akkus des Fahrzeugs bei Unfällen und das zweite ist die relative Geräuschlosigkeit, mit der sich das Fahrzeug fortbewegt. Ein Risiko wird hier besonders für Verkehrsteilnehmer gesehen, die auf akustische Warnzeichen von Fahrzeugen angewiesen sind, wie Senioren und Menschen mit eingeschränkter visueller Wahrnehmung.


Kurt Sigl

Kurt Sigl ist nicht nur vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) anerkannter Ausbilder für die Straße, sondern kann auf über 20 Jahre Erfahrung im Bereich Fahr- und Sicherheitserziehung zurückblicken. Zudem hat er auch diverse Rettungsgeräte zur Bergung von Insassen 


Die „Elektrobatterie“ – Einer der sichersten Energiespeicher

Mit den drei in Brand geratenen E-Fahrzeugen innerhalb von sechs Wochen scheinen Gegner der Elektromobilität neue Munition bekommen zu haben. Doch Herr Sigl zeigt sich gelassen. Auf die Frage, ob die drei kurz aufeinander folgenden Fahrzeugbrände irgendwelche Rückschlüsse auf die Verkehrssicherheit von Elektrofahrzeugen im Allgemeinen zulassen, antwortet er kurz und bündig mit „Nein“. Diesen Unfällen werde zu hohe Bedeutung beigemessen. 

Gerade wenn man sich vergegenwärtige, dass in Deutschland im letzten Jahr über 15.000 Fahrzeuge in Flammen aufgingen, relativiere sich die Zahl der brennenden E-Mobile sehr schnell. Auf Grund der geringen Anzahl an registrierten Elektrofahrzeugen ist in der Hauptsache von Autos mit Verbrennungsmotoren auszugehen. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) entstand dabei ein Schaden von über 60 Mio. Euro. Diese Zahlen beruhen auf der Schadensregulierung der Kaskoversicherer in der Schadensart Brand/Explosion für 2012. 

Bezugnehmend auf den auf den letzten Unfall mit Brand in den USA, bei dem die Anhängerkupplung eines LKWs die Batterie beschädigte, meint Sigl, dass dies eine Verquickung von unglücklichen Umständen gewesen sei. Zusätzlich betont er, dass ein solcher Unfall auch bei einem Auto mit Verbrennungsmotor wahrscheinlich zu einem Brand geführt hätte; wahrscheinlich viel schneller, da die Entzündung der Batterie nicht so schnell ginge. Überhaupt sei die Vorstellung einer Explosion, wie sie in Hollywood Filmen dargestellt wird, völlig realitätsfern. Auch der Bericht von einem der Unfallfahrer bestätigt dies. Der Fahrer, Dr. Shibayama, des betreffenden Elektromobils beschreibt in einem Brief auf der Homepage des Herstellers, dass das Fahrzeug ihn über einen Schaden am Fahrzeug gewarnt und ihn zum rechts ranfahren bewogen hat (im Wortlaut auf Deutsch und auf Englisch). 

Elektro-Auto im Test

Dr. Shibayama, erzählt, dass er zu jeder Zeit die Kontrolle über das Fahrzeug hatte und, dass das Auto erst anfing zu rauchen, nachdem er das Auto verlassen hatte. Bei den Löscharbeiten konnte er sogar noch die elektrische Türverriegelung bedienen. Außerdem konnte er seine Papiere unversehrt aus dem Handschuhfach holen, nachdem die Feuerwehr den Brand gelöscht hatte. 

Ein weiterer Aspekt, der besonders in den Boulevard Medien angesprochen wurde, sind die Risiken für die Rettungskräfte. Von Gefahr für die Feuerwehr durch den Starkstrom, auslaufender Batterien Säure usw. ist die Rede. Dies hält Sigl für ein Hirngespinst. Er weiß, dass der Starkstrombetrieb bei Beschädigung oder Penetration der Batterie sofort abgeschaltet wird. So würden Fahrzeuge, die im Falle einer Beschädigung Gefahr der Elektrisierung für Einsatzteams darstellen würden, in Deutschland niemals eine Zulassung bekommen. Dabei verweist er außerdem auf das exzellente.

Abschneiden verschiedener Elektroautos in Sicherheitstests. Darin wird bestätigt, dass durch das Hochvolt-System keine Gefahren für Insassen oder Retter bestehen. 

Für Sigl ist klar, dass weder für die Insassen noch für die Rettungskräfte von Elektroautos eine höhere Gefahr bei einem Unfall ausgeht, als bei Verbrennungsfahrzeugen. Die Akkus seien bei den für den deutschen Straßenverkehr zugelassenen elektronischen Fahrzeugen so angebracht, dass im Normalfall nichts passiert und der Starkstrombetrieb wird bei einem Unfall von selbst abgeschaltet, wie im Falle von Dr. Shibayamas Unfall. Was jedoch Herr Sigl nach eigenen Angaben unabhängig von der Energieerzeugung des Autos schon seit Jahrzehnten fordert ist, dass in jedem Fahrzeug die Konfiguration des Fahrzeugtypens für die Rettungskräfte gut zugänglich, etwa hinter der Sonnenblende, bereitgestellt wird. Auf diese Weise können Feuerwehr, THW etc. schnell wichtige Informationen zur Bergung und Feuerbekämpfung in Erfahrung bringen. Diese wird beispielsweise auf der Homepage des ADAC sowie häufig auf der Seite des jeweiligen Autoherstellers zum Ausdrucken angeboten. 

Der leise Motor – Verkehrserziehung als Mittel zur Risikovermeidung

Die Art wie Elektromobile den Strom für die Fortbewegung nutzbar machen, erzeugt kaum Geräusche. Laut dem Umweltausschuss des EU-Parlaments ist dies ein Risikofaktor im Straßenverkehr. Eine nahezu geräuschlose Fortbewegung könnte zwar die akustische Umweltverschmutzung in den Städten eindämmen helfen, jedoch bieten Sie laut den Abgeordneten aus Straßburg für Passanten ein Sicherheitsrisiko. So wird gerade für Senioren, Kinder und Menschen mit Sehschädigung eine Gefahr durch nicht hörbare Elektrofahrzeuge gesehen. Im Zuge der Änderungen der Normen für Lärmschutz, möchte der Umweltausschuss, dass Elektroautos künftig „mehr Krach machen“. Dies soll an Hand von künstlich erzeugten Geräuschen durch die Autos geschehen.

Im Gespräch verriet Herr Sigl, dass er davon wenig halte. Ohnehin werde dieses Problem nur sehr einseitig gesehen. Da ein Auto ab einer Geschwindigkeit von 30 km/h normalerweise mehr Lärm über den Abrieb der Reifen erzeugt, gebe es ab diesem Tempo keinen Unterschied zwischen Elektro- und

Verbrennungsfahrzeugen. Unter 30 km/h, so Sigl, seien die abgegebenen Geräusche der Elektroautos zwar gering, jedoch würden moderne Benziner unterhalb von 30km/h ähnlich „lautlos“ fahren. Dabei bezieht er sich auf die Studie von Kathrin Dudenhöffer und Leonie Hause vom Center Automotive Research der Uni Duisburg (Zum Artikel und zur kostenlosen Kurzfassung). Die Experimente wurden mit 240 Probanden im Alter zwischen 5 und 94 Jahren durchgeführt. Zwar wird in dieser Studie auf die besonderen Risiken leiser Fahrzeuge (moderne Verbrenner sowie E-Autos) bei niedrigen Geschwindigkeiten gerade für Blinde und Sehbehinderte hingewiesen. Jedoch wird ein künstliches Motorengeräusch nicht als optimale Lösung angesehen. Aus diesem Grund empfehlen die Wissenschaftler „eine breitere Lösung für die Problematik der leisen Fahrzeuge“. 

Kurt Sigl sieht in der Aufklärung der Verkehrsteilnehmer einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Umsichtiges Fahren sei generell, seiner Meinung nach, der wichtigste Aspekt zur Vermeidung von Unfällen im Straßenverkehr. Ob Otto- oder Elektromotor, es liegt in der Verantwortung des Fahrers Gefährdungen von Insassen und Passanten zu vermeiden. Aus diesem Grund hält es Herr Sigl für besonders wichtig Verkehrsteilnehmer für diese Risiken zu sensibilisieren. Er setzt sich daher verstärkt in seiner Rolle als Präsident des Bundesverbandes eMobilität e.V. dafür ein, dass Elektromobilität Teil der Fahrschulausbildung wird. Mindestens ein Elektrofahrzeug sollte, seiner Ansicht nach, in jedem Fuhrpark der Fahrschulen vorhanden sein. Auch für den ADAC ist eine Sensibilisierung von Verkehrsteilnehmern in Bezug auf die Problematik von zu leisen Fahrzeugen unbedingt notwendig. Gerade Rentner und Kinder sollten durch Schulung auf die Veränderungen im Straßenverkehr aufmerksam gemacht werden. 

Als weitere Sicherheitsmaßnahem weist Herr Sigl darauf hin, dass viele Elektroautos bereits mit einer „Fußgängerhupe“ ausgestattet sind. Neben dem normalen Horn, dass in allen Fahrzeugen vorgeschrieben ist, gibt es so die Möglichkeit der Warnung von Fußgängern und Fahrradfahrern durch ein etwas leiseres akustisches Signal. Herr Sigl berichtet aus eigener Erfahrung, dass diese Hupe ausreichend sei, um etwa spielende Kinder in einem verkehrsberuhigten Bereich auf das eigene Fahrzeug aufmerksam zu machen, ohne sie zu erschrecken. 

Ausblick - Die Zukunft der Elektro-Flitzer 
 
Für die Zukunft macht sich Kurt Sigl langfristig keinerlei Sorgen. Zwar sei es durchaus denkbar, dass in den nächsten 5 Jahren eine negative Auseinandersetzung mit Elektromobilität stattfinden wird. Da deren Hintergrund, seiner Ansicht nach, jedoch eher Verkaufsinteressen als Sicherheitsbedenken sind, wird diese auf lange Sicht keine Wurzeln schlagen. Außerdem treibe gerade die Autoindustrie, welche die Möglichkeit zur Vermarktung begreife, das positive Image von Elektroautos voran. Jedenfalls sei diese Art der Fortbewegung einer der sichersten, die es zurzeit gibt. 
 
ladendes Elektroauto

Gerade wenn man sich vergegenwärtigt, wie viel Elektronik in den meisten Fahrzeugen bereits steckt, erscheinen allgemeine Bedenken gegenüber E-Mobility als unbegründet. Das soll nicht heißen, dass spezielle Risiken nicht Ernst genommen werden sollen; ganz im Gegenteil. Kurt Sigl begrüßt gerade im Hinblick auf seine jahrzehntelange Erfahrung im Bereich der Verkehrssicherheit Diskussionen, die sich mit sicherheitsrelevanten Themen auseinandersetzten. Er appelliert jedoch daran, diese Debatte nüchtern und sachlich zu führen. 

Fazit

Bei näherer Betrachtung der Fakten ist uns zwar bewusst, dass Elektrofahrzeuge Risiken bergen, jedoch schätzen wir diese in keinem Fall höher als bei Benzin- oder Dieselfahrzeugen ein. Bei Betrachtung des Falls von Dr. Shibayama, so scheint das Fahrzeug seinen Insassen eher geschützt als gefährdet zu haben. Die Warnsysteme haben dafür gesorgt, dass der Fahrer ohne Verletzungen davon gekommen ist. Es scheint weiterhin für die Sicherheit des Autos zu sprechen, wenn Shibayama keinen Augenblick zögern würde sich das selbe Model wieder zu kaufen.

In Bezug auf die „Lautlosigkeit“ von E-Mobilen, ist ein Umdenken bzw. eine höhere Sensibilisierung der Fahrer für seine Insassen und andere Verkehrsteilnehmer notwendig. Umsichtiges Fahren ist enorm wichtig und ist auch abgesehen von der Debatte um Elektromobilität schlichtweg unerlässlich. Leise Fahrzeuge stellen zwar eine Herausforderung dar, jedoch lohnt es sich diese anzunehmen; gerade wenn die Vorteile (weniger Abgasbelastung, weniger Lärmbelastung, Nutzung erneuerbarer Energiequellen) so überzeugend sind. Wir setzen auf öffentliche und vorurteilsfreie Diskussionen der sicherheitsrelevanten Themen rund um Elektromobilität und hoffen mit diesem Artikel einen kleinen Beitrag dazu geleistet zu haben. 

 

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