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Mittwoch, 01 April 2015 00:00

Sicher Autofahren in der Schwangerschaft

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Mit Babybauch sicher hinterm Steuer

Dass Schwangere häufig unter Übelkeit leiden, auf Zigaretten sowie Alkohol verzichten und besser nicht allzu schwer heben sollten, ist allgemein bekannt. Wie sieht es jedoch mit dem Autofahren aus? Viele werdende Mütter sind unsicher, ob sie während der Schwangerschaft noch selbst hinters Lenkrad steigen sollten und was dabei zu beachten ist. So hat die kürzlich von D.A. Redelmeier und weiteren Autoren in der Fachpublikation CMAJ veröffentlichte Studie „Pregnancy and the Risk of Traffic Crash“ für Verunsicherung gesorgt, indem sie eine erhöhte Rate an Autounfällen im zweiten Drittel der Schwangerschaft feststellen konnte. Schwangere sollten dies jedoch nicht als generelle Aufforderung verstehen, das Auto besser stehen zu lassen, wie Prof. Dr. Diethelm Wallwiener von der Universitäts-Frauenklinik Tübingen betont: „Die Ursachen für das erhöhte Unfallrisiko werden sehr kontrovers diskutiert. Die Studienergebnisse zeigen jedoch deutlich, dass selbst Schwangere immer noch sicherer fahren als Männer in der gleichen Altersgruppe.“ Auch würde es vielen werdenden Müttern im Alltag schwer fallen ihr Fahrzeug in der Garage stehen zu lassen. „Die durch das Auto gewonnene Mobilität ist ein wichtiger Bestandteil in vielen Familien. Gerade Frauen bzw. Mütter müssen oft neben ihren beruflichen Verpflichtungen noch zahlreiche andere Aufgaben bewältigen“, so der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. „Diese Verpflichtungen setzen das Autofahren in vielen Fällen zwingend voraus. Allein der Weg zur Vorsorgeuntersuchung erfolgt nicht selten mit dem Auto.“

Doch worauf sollten werdende Mütter vor und während der Autofahrt achten um sich und ihr ungeborenes Kind sicher ans Ziel zu bringen?

Auch bei leichten Auffahrunfällen stets einen Arzt aufsuchen

Selbst ein leichter Auffahrunfall ist für die meisten Menschen ein erschreckendes Erlebnis. Schwangere sind hier besonders gefährdet, denn bei einem Unfall entsteht in der Regel Druck auf den Bauchbereich, welcher dem ungeborenen Kind schaden kann. „Im schlimmsten Fall kann es zu Blutungen und einer Plazentaablösung kommen“, so Christel Scheichenbauer vom Hebammenlandesverband Baden-Württemberg. Auch wenn es sich um einen verhältnismäßig leichten Auffahrunfall handelt, sollten betroffene Schwangere daher stets einen Facharzt aufsuchen oder direkt ins nächstgelegenen Krankenhaus gebracht werden. Hier können mit Hilfe von Ultraschall und einer Herztonkontrolle des ungeborenen Kindes mögliche Schädigungen erkannt und die Gefahr einer vorzeitigen Plazentalösung rechtzeitig festgestellt werden.

Schwangere Frau bei Vorsorgeuntersuchung© Daniel Lobo via flickr.com CC BY 2.0

Dennoch sollte werdenden Müttern keine unnötige Angst vor leichten Auffahrunfällen gemacht werden: „Das Kind erfährt im Mutterleib durch den abgeschlossenen Raum in der Fruchtblase einen besonderen Schutz, so dass nicht jeder Unfall mit einem Schaden für Mutter und Kind gleichzusetzen ist“, erklärt Prof. Wallwiener. „Lange Zeit wird das ungeborene Kind durch das knöcherne Becken der Mutter geschützt.“ Wichtig ist es daher, nicht in Panik zu verfallen. „Nach einem Unfall können sich die Sicherheitsgurte als Druckstellen auf dem Bauch abzeichnen und trotzdem geht es dem Kind gut“, so Gabi Bauer vom Deutschen Hebammenverband e.V. „Jedoch erleiden Beide, Mutter und Kind, bei einem Unfall einen Schreck, wobei Adrenalin ausgeschüttet wird. Dies kommt auch bei dem Kind an. Sobald der erste Schreck der Mutter sich legt und sie wieder klar denkt, kann sie den inneren Dialog zum Kind aufnehmen, um sich und das Kind zu beruhigen.“

Regelmäßige Pausen und viel Flüssigkeit gegen Konzentrationsschwäche

Damit es aber gar nicht erst zu Unfällen kommt und das Autofahren an sich zu keiner unnötigen gesundheitlichen Belastung für Mutter und Kind wird, sollten Schwangere sich nur dann hinters Steuer setzen wenn sie sich absolut fit und belastbar fühlen. „Schwangere Frauen werden Studien zufolge schneller müde beim Autofahren und empfinden lange Autofahrten als große Belastung“, weiß Christel Scheichenbauer zu berichten. Sie empfiehlt werdenden Müttern während der Autofahrt stets ausreichend zu trinken und das Auto kühl zu halten. Um sich während des Fahrens dauerhaft gut konzentrieren zu können, ist es hilfreich gesunde Snacks wie Nüsse griffbereit im Fahrzeug zu haben. Vor allem Cashew- und Paranüsse enthalten viel Magnesium und können helfen Konzentrationsschwächen entgegenzuwirken.

„Bei längeren Fahrten sollten werdende Mütter mindestens alle zwei Stunde eine Pause einlegen um sich die Füße zu vertreten“, so Scheichenbauer. „Bei weiten Strecken sind zudem Kompressionsstrümpfe empfehlenswert.“ Beides kann die während einer Schwangerschaft erhöhte Gefahr von Thrombosen verringern. „Grundsätzlich sollte jede Schwangere stets ihren Mutterpass bei sich haben“, empfiehlt die Hebamme. In Notfällen erhält ein Arzt vor Ort hieraus alle wichtigen Informationen auf einen Blick. Auch das Mitführen von Kontaktdaten der Hebamme und im Notfall zu verständigenden Angehörigen ist sinnvoll.

Ruhepause auf Bank© Kristina D.C. Hoeppner via flickr.com CC BY 2.0

Je weiter eine Schwangerschaft fortgeschritten ist, umso beschwerlicher wird das Autofahren. Daher sollten Frauen kurz vor dem Geburtstermin dies auf das nötigste beschränken. „Man wird immer unbeweglicher und das kann beim Einparken schon mal zu Problemen führen“, berichtet Scheichenbauer. Frauen die vor der Geburt unter Bluthochdruck oder schlecht eingestellter Schwangerschaftsdiabetes leiden, sollten zur Sicherheit gänzlich darauf verzichten sich ans Lenkrad zu setzen. Auch bei akuten Komplikationen oder gegen Anraten des Arztes ist es auf keinen Fall ratsam selbst zu fahren.

Bitte Anschnallen - Aber richtig

Schwangere Drau korrekt angeschnallt© Daniel Lobo via flickr.com CC BY 2.0

Ob als Fahrer oder Beifahrer: wie alle Verkehrsteilnehmer müssen auch Schwangere stets einen Sicherheitsgurt tragen. Dabei ist laut Prof. Wallwiener entsprechend der Einschätzung der Realunfallforschung davon auszugehen, dass werdende Mütter unter Beachtung von wenigen Kriterien durch den Dreipunktsicherheitsgurt ausreichend geschützt sind. Damit dieser nicht unangenehm auf den Bauch drückt und maximale Sicherheit für die Frau und ihr ungeborenes Kind bietet, muss er korrekt angelegt werden. Das diagonale Gurtband des Dreipunktegurtes wird hierbei stets weg vom Hals über Schultern und Brustpartie geführt, während das untere Gurtband so tief wie möglich unterhalb des Babybauches enganliegend an der Hüfte angebracht werden sollte. Die Rückenlehne sollte so eingestellt werden, dass der Rücken so gerade wie möglich ist und bei einem bequemen Sitzgefühl stets eine gute Sicht auf die Straße gewährleistet wird. Wichtig ist es zudem die Kopfstütze so anzupassen, dass sie Hals und Rücken vernünftig stützt. Dabei sollte stets ein Abstand von 25cm zwischen dem Lenkrad und dem Körper bestehen um bei einem Aufprall oder einer Vollbremsung den Babybauch vor einem harten Stoß gegen das Lenkrad zu bewahren. „Schwangere Beifahrerinnen sollten über einen Abstand von 25cm zum Airbag verfügen“, rät Christel Scheichenbauer. Entgegen weitläufiger Mythen schadet der Airbag dem Ungeboren nicht; ganz im Gegenteil: „Den besten Schutz für Mutter und Ungeborenes bieten Airbag und Sicherheitsgurt“, so Andreas Burkert von Drive & Style.

Anschnallen eines Säuglings am besten vor der Geburt üben

Aber nicht nur während der Schwangerschaft gibt es Einiges zu beachten, will man sicher ans Ziel kommen. Gerade in den ersten Wochen nach der Geburt ist es noch ungewohnt mit Baby im Auto unterwegs zu sein. „Mit dem Baby aus dem Krankenhaus nach Hause zu gehen ist für frischgebackene Eltern ein aufregender Moment“, erzählt Hebamme Gabi Bauer. „Der sicherste Platz für das Neugeborene ist dabei stets eine Babyschale, die entgegen der Fahrtrichtung angebracht wird. Der Airbag muss hierbei unbedingt abgeschaltet werden.“ Dabei sollte nach Möglichkeit der Kindersitz über die ISOFIX Funktion im Fahrzeug befestigt werden. Hilfreich ist es, das richtige Angurten bereits vor dem Ernstfall zu üben. „Schwangere können sich von ihrer Hebamme mit Hilfe einer Babypuppe zeigen lassen wie das Baby gut und sicher angegurtet wird“, empfiehlt Bauer. Dabei ist es wichtig den Gurt nicht zu locker und nicht zu fest anzubringen. „Viele junge Eltern unterschätzen wie klein ein Neugeborenes ist und haben Angst das Kind zu sehr einzuengen“, so die Expertin. Auch zur richtigen Kleidung des Neugeborenen während der ersten Autofahrten bekommt die Hebamme viele Fragen gestellt. „Es zeigt sich, dass frischgebackenen Eltern oft nicht klar ist, dass gerade kleine Kinder leicht überhitzen, besonders wenn sie in den Babyschalen zu warm angezogen werden“, berichtet Bauer.

Baby im Auto© Thomas Kohler via flickr.com CC BY 2.0

Beachtet man diese Hinweise sollte einer sicheren Fahrt während der Schwangerschaft und später mit Baby nichts im Wege stehen. Die wichtigsten Informationen zum Thema Fahren in der Schwangerschaft finden Sie in der untenstehenden Infografik nochmals übersichtlich zusammengefasst.

Letzte Änderung am Dienstag, 12 Mai 2015 13:48
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